Sensationeller Fund - Mensabau muss gestoppt werden!!!
Die Mensabauarbeiten am Wochenende förderten eine ärchaologische Sensation zutage: Das Klettgau-Gymnasium wurde auf einem keltischen Ritualplatz errichtet. Historiker sind begeistert. Der Mensabau muss nun allerdings gestoppt werden.

Eigentlich sollten die Bagger ja nur das Fundament für den neuen Mensabau am Klettgau-Gymnasium ausheben, doch oft findet man bekanntlich ja mehr, als man zu finden erhofft. So kamen plötzlich quader-, teils kreisförmige Mauerreste zum Vorschein, kurz darauf wurden auch menschliche Gebeine entdeckt. Ein eilig herbeigerufener Mitarbeiter der benachbarten Polizei verständigte sofort die Archäologen der Universität Freiburg im Breisgau. Diese erkannten in den Steinformationen Überreste einer keltischen Anlage aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. und riefen einen sofortigen Baustopp aus.

Inzwischen hat sich durch weitere Grabungsfunde der Verdacht bestätigt, dass es sich bei den Überresten um das Sommerbad des legendären keltischen Fürsten Tengo handelt, auf den auch der Name der Stadt Tiengen zurückgeht. Von diesem Keltenfürsten, der, wie Tacitus im fünften Teil seiner Annalen angibt, ein Großonkel des berühmten Vertingetorix gewesen sein soll, ist in archäologischer Hinsicht bislang nur wenig überliefert. Von einer in Augusta Raurica (Kaiseraugst) gefundenen Säule, der sogenannten Drachenstele, wissen wir, dass er möglicherweise an einem 1. April des Jahres 95 v. Chr. die Tochter des gälischen Fürsten Gwayn Albatorix ehelichte, was den römischen Senat sehr verärgerte. Sein weiteres Leben blieb, von einigen regionalen Sagenerzählungen abgesehen, weitgehend im Dunkeln. So war bislang auch schleierhaft, warum er gerade beim heutigen Tiengen eine Stadt gründete.
Die jetzt ausgegrabene Anlage könnte nun diese Frage beantworten. Womöglich handelte es sich um ein druidisches Ritualbad, direkt gegenüber der Anlage vom Langenstein, möglicherweise aber auch um ein medizinische Badeeinrichtung (Moorbad) oder um einen antiken Trainings- oder Hinrichtungsplatz, worauf einige vor Ort gefundene Skelette von Kindern und Jugendlichen hinweisen, die dort womöglich ertränkt wurden oder bei Badeunfällen umkamen. Bis Sicherheit herrscht, wird aber wohl noch viel Wasser die Wutach herunter fließen.
Die archäologische Auswertung der Funde wird laut Angaben der Universität Freiburg schätzungsweise etwa zehn bis fünfzehn Jahre in Anspruch nehmen. So lange muss der Mensabau gestoppt bleiben. Womöglich wird der Erweiterungsbau sogar ganz gestrichen. Dafür spielt die Stadt Waldshut-Tiengen nun mit dem Gedanken, auf dem Gelände des Klettgau-Gymnasium vor Ort eine kleine Ausstellungshalle mit Freilichtmuseum einzurichten, um die gebeutelten Stadtkassen zu füllen. Gleichzeitig hätte das KGT somit als einziges Gymnasium in Baden-Württemberg ein eigenes Museum auf dem Schulgelände, was ein besonderes Herausstellungsmerkmal ist.

